Immaterielles Kulturerbe Neuaufnahmen 2025 Die UNESCO versteht immaterielles Kulturerbe als lebendige Traditionen, als Quelle kultureller Vielfalt und Garant nachhaltiger Entwicklung. Seit dem Jahr 2010 führt die Österreichische UNESCO-Kommission zur Sichtbarmachung unseres kulturellen Erbes das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich, das jährlich erweitert wird. Das Verzeichnis wurde mit 6. November 2025 um sechs neue Einträge erweitert – zwei davon betreffen die Steiermark. Somit sind aktuell österreichweit 178 überlieferte Traditionen, gesellschaftliche Rituale und Feste, traditionelle Handwerkstechniken und lokal überliefertes Wissen offiziell als immaterielles Kulturerbe gelistet. Die Steiermark ist derzeit mit insgesamt 56 Beiträgen (13 steirischen, sechs gemeinsamen mit anderen Bundesländern, 37 österreichweiten) vertreten. NEUAUFNAHMEN Im Jahr 2025 wurden österreichweit sechs Elemente in das Nationale Verzeichnis aufgenommen. Zwei davon betreffen auch die Steiermark: Gamser Thomasnikolo (Steiermark): Am 21. Dezember, dem Thomastag und zugleich der längsten Nacht des Jahres, findet in Gams bei Hieflau (Bezirk Liezen) der Umzug des Thomasnikolo statt. Der hl. Thomas in Bischofsgestalt zieht dabei mit seiner Begleitung von Haus zu Haus, um symbolisch Glück, Segen und Licht zu bringen. Anschließend begibt er sich auf den Kirchplatz, wo mit der Bevölkerung der umliegenden Orte gefeiert wird und Gaben an die Kinder verteilt werden. Sämischgerberei (österreichweit, die Initiative zur Einreichung ging vom Gröbminger Gerber Robin Schlüßlmayr aus): Die Sämischgerbung von Wildfellen nimmt eine Sonderstellung unter allen Gerbarten ein und gilt als besonders nachhaltig. Dafür wurde ehemals Dorschtran (heute ist es ein Gemisch aus verschiedenen Fischtranen) als Gamser Thomasnikolo. Foto: Gamser Thomasnikolo. Sämischgerberei. Foto: Ulrike Rauch. KULTURELLES ERBE 50
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2NDc=