Die Seitelpfeife ist ein Holzrohr, welches auf der Blaslochseite mit einem Korkstoppel abgedichtet ist. Sie besitzt sechs Grifflöcher, ist teilweise mit Zierknöpfen an den Enden ausgestattet und wird, wie schon der Name verrät, durch die Spielhaltung zur Seite über das Mund- oder Blasloch angeblasen. Mit ihrer langen Vorgeschichte ist die Seitelpfeife ein Vorbote der heutigen Flöteninstrumenten, wie beispielsweise der Querflöte. Die Techniken der Herstellung werden weitgehend mündlich von den Erzeuger*innen an Nachkommen oder Interessierte weitergegeben. Die Schablonen für Grifflöcher und Bohrungsdurchmesser sind althergebrachte überlieferte Dokumente. Die Seitelpfeife wird auf einer Drechselbank in mehreren Arbeitsschritten und ausschließlich aus heimischen Harthölzern hergestellt. In weiten Teilen des alpenländischen Raums kommt die Seitelpfeife als traditionelles Volksmusikinstrument zum Einsatz. Damit ist sie eng mit volkskulturellen Veranstaltungen in den jeweiligen Regionen verbunden. Speziell im Salzkammergut ist die Schwegel als fixer Bestandteil der Schützenveranstaltungen. Wichtig ist der seit 1925 an Maria Himmelfahrt (15. August) stattfindende, alljährliche „Pfeifertag“. Diese große Zusammenkunft wird abwechselnd auf verschiedenen Almen im Salzkammergut ausgetragen.