Sporgasse 23, 8010 Graz
Tel. +43 / 316 / 90 85 35
office@volkskultur-steiermark.at
www.volkskultur-steiermark.at
www.steirisches-heimatwerk.at
Öffnungszeiten:
Mo bis Do: 9.00 – 16.00 Uhr
Fr: 9.00 – 13.00 Uhr
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Am 17. Oktober 2026 wurden sechs weitere kulturelle Praktiken in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit umfasst das österreichische Verzeichnis insgesamt 188 Eintragungen.
Die Neuaufnahmen reichen von musikalischen Ausdrucksformen über gesellschaftliche Traditionen bis hin zu überliefertem Pflanzenwissen und traditionellem Handwerk. Sie machen sichtbar, wie vielfältig kulturelles Wissen und Können in Österreich gelebt und von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Jodeln: Die vokale Praxis ist vor allem im alpinen Raum verbreitet. Regionale Ausdrucksformen, mehrstimmige Stimmführungen und rasche Wechsel zwischen Brust- und Falsettstimme prägen diese österreichische Gesangstradition.
Feuer- und Scheibenschützenwesen im Salzkammergut: Seit mehr als 500 Jahren werden diese Rituale und Praktiken gepflegt. Feuerstutzen, regionale Trachten und die musikalische Begleitung mit Trommeln und Schwegelpfeifen gehören zu den charakteristischen Merkmalen. Die Tradition ist in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark verankert.
Wiener Wurstelpraterkultur: Die Wiener Praterkultur lebt von den Schaustellerinnen und Schaustellern, ihren Fahrgeschäften und dem über Generationen weitergegebenen Wissen ebenso wie vom Zusammenspiel mit den Besucherinnen und Besuchern.
Wissen rund um das Tux-Zillertaler Rind: Die mindestens 200-jährige Geschichte dieser Tiroler Rinderrasse ist mit besonderen kulturellen Praktiken verbunden. Dazu zählen die Bedeutung der Tiere als Glückskühe und die Kürung der „Moarin“.
Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen: Im Tiroler Lechtal wird Wissen über heimische Pflanzen, ihre Anwendung, regionale Pflanzennamen und mundartliche Merksprüche weitergegeben.
Herstellung und Wissen rund um die Walsertaler Trachten: Charakteristische Trachtenformen wie die plissierte Juppa des Kleinwalsertals, der Onderrock und der Chrans stehen für überlieferte handwerkliche Techniken und spezifisches Wissen über Materialien und Verarbeitung dieser Vorarlberger Handwerkskunst.
Kulturerbe bleibt durch Weitergabe lebendig.
Das Immaterielle Kulturerbe in Österreich
Das österreichische Nationale Verzeichnis wurde 2010 im Rahmen des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes eingerichtet. Es dokumentiert kulturelle Ausdrucksformen, die Gemeinschaften verbinden und den Alltag sowie den Jahreskreis prägen. Dazu zählen unter anderem mündlich überlieferte Traditionen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken und Feste, Wissen im Umgang mit der Natur sowie traditionelle Handwerkstechniken.
Die Aufnahme in das Verzeichnis würdigt die Bedeutung dieser lebendigen Traditionen und trägt dazu bei, sie sichtbar zu machen und ihre Weitergabe zu fördern.
Mehr dazu: Zur Pressemitteilung der Österreichischen UNESCO-Kommission
Das Nationale Verzeichnis umfasst aktuell 188 Eintragungen:
14 mündlich überlieferte Ausdrucksformen
28 Eintragungen im Bereich darstellende Künste
79 gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste
21 Eintragungen zu Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum
46 traditionelle Handwerkstechniken
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