Sporgasse 23, 8010 Graz
Tel. +43 / 316 / 90 85 35
office@volkskultur-steiermark.at
www.volkskultur-steiermark.at
www.steirisches-heimatwerk.at
Öffnungszeiten:
Mo bis Do: 9.00 – 16.00 Uhr
Fr: 9.00 – 13.00 Uhr
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„Das hab ich auch noch zu Hause“ – solche Sätze hört man im Steirischen Volksliedarchiv immer wieder, sobald jemand das Steirische Liederbuch in die Hand nimmt. Die von Rudolf Schwarz und Emil Seidel herausgegebene Sammlung, deren erste Ausgabe 1961 erschien, knüpft an eine lange Tradition an. Bereits Viktor Zack hatte mit seinem „Steirischen Liederbuch für Volksschulen“ ab 1917 die Grundlage geschaffen. Sein Ziel war klar: gemeinsames Singen als festen Bestandteil des Schulalltags zu verankern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlte es an geeigneten Unterrichtsmaterialien – ein Umstand, der die Entstehung des neuen Liederbuchs zusätzlich begünstigte. Schwarz und Seidel verfolgten die Vision eines „musikalischen Lesebuchs“, das Kinder nicht nur durch die Schulzeit, sondern möglichst ein Leben lang begleiten sollte. Und tatsächlich: Über Jahrzehnte hinweg wurde das Steirische Liederbuch nahezu jedem steirischen Schüler zur Verfügung gestellt und prägte so Generationen.
Mit rund 350 Liedern – von Volksliedern über Jodler bis hin zu mehrstimmigen Kompositionen aus verschiedenen Epochen – bot es eine beeindruckende Vielfalt. Die sorgfältige Auswahl sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem berühren. Musik sollte erlebt, gespürt und erinnert werden.
„Es vermag ein Kamerad zu sein bei geselliger Zusammenkunft, bei Fest und Feier, bei Wanderung und in besinnlicher Stunde.“
Dass das Steirische Liederbuch diesen Anspruch erfüllen konnte, zeigt sich bis heute. Viele der darin enthaltenen Lieder sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Sie sind mehr als Melodien – sie sind Erinnerungen an Schulzeit, Gemeinschaft und prägende Momente.
Doch Liederbücher allein können nicht singen. Es braucht Menschen, die sie mit Leben füllen: engagierte Lehrerinnen und Lehrer, begeisterte Sängerinnen und Sänger, gemeinsame Erlebnisse. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis seines Erfolgs – in der Verbindung von Buch und gelebter Praxis.
So bleibt das Steirische Liederbuch bis heute ein stiller Impulsgeber. Ein Buch, das Erinnerungen weckt, zum Singen anregt und zeigt, wie tief Musik im Leben der Menschen verwurzelt sein kann.