Historisch spielte die Maultrommel im Alpenraum sowohl bei der Liebeswerbung als auch beim geselligen Musizieren eine wichtige Rolle. Charakteristisch für das Maultrommelspiel in Österreich ist die einzigartige Spielart, die durch den Wechsel unterschiedlich gestimmter Maultrommeln (Wechseltechnik) erreicht wird. Es handelt sich dabei um eine Technik, die das Spiel der in der österreichischen Volksmusik nötigen Grundakkorde ermöglicht und die Maultrommel auch in der klassischen Musik verwendbar macht. Dabei verwendet ein:e Spieler:in zwei bis vier unterschiedlich gestimmte Maultrommeln entweder als Soloinstrument, im Duett oder als Trio, am häufigsten jedoch in Verbindung mit anderen Instrumenten. Systematisch ist die Maultrommel den Aerophonen zuzuzählen. Die Mundhöhle bildet den Resonanzraum, durch deren Veränderung verschiedene Teiltöne aus dem Obertonspektrum favorisiert werden, wobei der Grundton als Bordun immer mitklingt. Dynamik und Rhythmus werden durch den Atemstrom bestimmt, während mithilfe von Lippen und Zungen klangliche Nuancen, das heißt Melodien erzeugt werden.