Seit ihrer Entstehung hat sich die österreichische Blasmusik zu einem integralen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Stadt und Land entwickelt. Insbesondere im 20. Jahrhundert erlebte sie eine Zunahme von Amateur:innenblasmusik und fand ihre Organisation in der Gründung des österreichischen Blasmusikverbands, was zu einer breit gefächerten Bewegung führte. Dabei vereint die österreichische Blasmusik Tradition und Moderne auf bemerkenswerte Weise. Neben der Bewahrung traditioneller Stücke wird das Repertoire kontinuierlich erweitert, indem neue und zeitgenössische Werke in Auftrag gegeben werden. Ein weiteres Merkmal der Blasmusik sind die Marketender:innen und Stabführer:innen, die an der Spitze der Kapellen stehen. Die Trachten, Bergmannskittel und Uniformen, die eng mit den jeweiligen Regionen verbunden sind, verleihen den Musikkapellen nicht nur kulturelle Bedeutung, sondern erfüllen auch eine wichtige soziale Funktion. Die Ausübung der Blasmusik liegt in den Händen der Musiker:innen, die in Verbänden auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene organisiert sind. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status. Die Blasmusik bringt Menschen verschiedener Generationen zusammen und fördert soziale Inklusion und Demokratie. Sie spielt eine bedeutende gesellschaftliche Rolle und ist ein integraler Bestandteil von Veranstaltungen und Festen in Stadt und Land.